© Nicolas Stettler
Neues BirdLife-Schulprojekt. Schüler/innen entwickeln Ideen für mehr Biodiversität in ihrer Umgebung: Möglich macht dies ein grosses Projekt von BirdLife Schweiz, das von der Stiftung Albert-Schweitzer-Werk unterstützt wird.
«Da können wir Sträucher pflanzen!» – «Hier platzieren wir einen Teich!» – «Dort hat eine Blumenwiese Platz.» Die Schüler/-innen der zweiten Oberstufenklasse aus Regensdorf (ZH) haben ein grosses Bild einer nahen Siedlung an die Wand gehängt und platzieren darauf Naturelemente. Sie überlegen sich, wie sie die Siedlung so gestalten können, damit dort möglichst viele Tiere und Pflanzen leben können.
Der Anlass ist Teil des neuen Schulprojekts «Biodiversität erkunden und fördern» von BirdLife Schweiz, bei welchem Kinder und Jugendliche die Biodiversität kennenlernen und sich für sie einsetzen können. Es läuft bereits in den BirdLife-Naturzentren La Sauge und Neeracherried und wird ab 2027 auch im BirdLife-Naturzentrum Klingnauer Stausee verfügbar sein. Bei engagiertem Mitwirken winkt sogar ein Preis: der sogenannte «Albert-Schweitzer-BirdLife-Award». Das Schulprojekt richtet sich an alle Schulstufen und besteht aus drei Anlässen (der dritte Anlass kann auch separat durchgeführt werden und ist auf die Mittel- und Oberstufe zugeschnitten).
«Was frisst die Libellenlarve schon wieder?» – «Gib mir deine Schnur!» – «Der Waldkauz frisst im Fall auch Frösche!» Auch die Mittelstufen-Schulkinder aus Salavaux (VD) sind voll konzentriert. Sie spannen Schnüre von einem Tierbild zum nächsten – von der Beute zum Beutegreifer. Rasch entsteht ein dichtes Netz zwischen den Tieren. Melisa Kaymaz, Projektleiterin Naturbildung beim BirdLife-Naturzentrum La Sauge, fragt: «Was passiert, wenn man zum Beispiel die lästige Stechmücke entfernt?» Schnell wird klar, dass dann einige andere Arten weniger Nahrung hätten.
Auch diese Schulklasse absolviert eben den ersten Anlass des Schulprojektes, der noch im Klassenzimmer stattfindet und ganz dem Thema Biodiversität gewidmet ist. Am zweiten Anlass geht es dann bereits raus in die Natur. Jetzt wird es noch spannender.
© Nicolas Stettler
«Was habe ich da gefangen?» – «Gib mir die Lupe! Ist das eine Libellenlarve?» – «Die frisst doch grad eine Mückenlarve!» Im BirdLife-Naturzentrum erkunden die Schüler/innen die Vielfalt der Lebensräume und deren tierische und pflanzliche Bewohner. Entweder sind sie mit dem Netzchen am Teich unterwegs und entdecken die erstaunliche Vielfalt der Wassertiere. Oder sie versuchen, mit Feldstecher und Hörtrichter alle Vögel zu finden. Statt im Naturzentrum La Sauge oder Neeracherried besteht auch die Möglichkeit, die Biodiversität auf dem eigenen Schulgelände aufzuspüren.
Am dritten Anlass können die Kinder und Jugendlichen kreativ werden: Sie schwärmen aus und suchen sich in der Umgebung des Schulhauses ein Quartier aus, in dem sie die Biodiversität fördern möchten. Sie fotografieren die Gebäude und zeigen mit Collagen oder mit digitalen Visualisierungen auf, wie das Quartier oder die Gebäude biodiversitätsfreundlicher entwickelt werden könnten. Bei diesem dritten Teil gibt es zudem einen Motivations-Kick: Die Schulklassen können ihre Ideen an BirdLife Schweiz senden und damit beim sogenannten «Albert-Schweitzer-BirdLife-Award» mitmachen.
Und einige Zeit später könnte es im Klassenzimmer dann so tönen: «Hört gut zu! Heute haben wir von BirdLife eine Nachricht erhalten: Wir haben beim Albert-Schweitzer-BirdLife-Award einen Preis gewonnen! Wir dürfen einen ganzen Tag lang ein BirdLife-Naturzentrum unserer Wahl besuchen!»
Stefan Heller ist Leiter der Abteilung Naturzentren und Leiter des BirdLife-Naturzentrums Neeracherried.
Sind Sie Lehrerin oder Lehrer? Dann machen Sie mit Ihrer Klasse bei diesem neuen Projekt mit! Weitere Informationen und Anmeldung: birdlife.ch/schulprojekt
Das Schulprojekt «Biodiversität erkunden und fördern» ist nur möglich dank der namhaften Unterstützung der Stiftung Albert-Schweitzer-Werk: Die Schweizer Stiftung unterstützte lange das Spital in Gabun, das vom Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer und seiner Frau Helene aufgebaut worden war. Sie unterstützt aber auch Organisationen mit ähnlicher Zielsetzung – so kam die Zusammenarbeit mit BirdLife Schweiz zustande. Der wichtigste Leitsatz von Albert Schweitzer war denn auch: «Ehrfurcht vor dem Leben». BirdLife Schweiz dankt der Stiftung ganz herzlich!
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